Qualitätsmanagement in der Serienproduktion Thüringen: Wie ein ISO-zertifizierter Fertigungspartner Ihre Lieferkette absichert
Für die Qualitätsmanagement-Leitung: Null-Fehler-Strategie, lückenlose Dokumentation und SPC-Inprozesskontrollen als Standard – nicht als Ausnahme.
Fachartikel von MGE Metallgeräte Elgersburg GmbH | ISO 9001:2015 zertifizierter Systemlieferant | TÜV Thüringen, Zertifikat-Nr. 151006179, gültig bis 02.05.2027.
Auf einen Blick (Key Takeaways):
- ISO 9001:2015 als Mindeststandard: Zertifizierung allein reicht nicht – entscheidend ist, wie das QM-System im Produktionsalltag gelebt wird.
- SPC-Inprozesskontrollen: Statistische Prozesskontrollen direkt an Stanz- und Drehautomaten erkennen Abweichungen, bevor fehlerhafte Teile entstehen.
- Lückenlose Rückverfolgbarkeit: Chargenprotokolle, Materialzertifikate (3.1-Zeugnisse) und Wareneingangs-/Ausgangsprüfungen sichern die vollständige Dokumentationskette.
- EMPB und 8D-Report: Erstmusterprüfberichte nach VDA 2 und strukturiertes Reklamationsmanagement sind bei MGE Standard, nicht Sonderleistung.
- KVP als Unternehmenskultur: Kontinuierlicher Verbesserungsprozess in allen Abteilungen verhindert, dass Qualitätsprobleme sich wiederholen.
Die Herausforderung der QM-Leitung: Vertrauen in den Zulieferer aufbauen
Als Leitung des Qualitätsmanagements in einem stark regulierten Industrieunternehmen – sei es in der Medizintechnik, im Schienenfahrzeugbau oder in der Automobilzulieferkette – tragen Sie eine besondere Verantwortung. Ein einziger fehlerhafter Zulieferer kann Ihren gesamten Auditprozess gefährden, Chargenrückrufe auslösen oder Bandstillstände verursachen, deren Kosten die Bauteilkosten um ein Vielfaches übersteigen.
Das Kernproblem bei der Lieferantenauswahl ist häufig nicht der fehlende Wille zur Qualität, sondern die mangelnde Transparenz: Wie wird das Qualitätsmanagement beim Zulieferer tatsächlich gelebt? Ist die ISO-Zertifizierung ein echtes Steuerungsinstrument oder nur ein Zertifikat an der Wand? Und wie reagiert der Partner im Ernstfall – bei einer Abweichung, einer Reklamation oder einem kurzfristigen Audit?
Dieser Artikel gibt Ihnen einen konkreten Einblick in das Qualitätsmanagementsystem der MGE Metallgeräte Elgersburg GmbH in Thüringen – und erklärt, welche Mechanismen in der Serienproduktion dafür sorgen, dass fehlerhafte Teile gar nicht erst entstehen.
ISO 9001:2015: Was das Zertifikat wirklich bedeutet
Die DIN EN ISO 9001:2015 ist der international anerkannte Standard für Qualitätsmanagementsysteme. MGE ist durch den TÜV Thüringen zertifiziert (Zertifikat-Nr. 151006179, gültig bis 02.05.2027). Der zertifizierte Scope umfasst die gesamte Wertschöpfungskette: „Herstellung von Stanz-, Biege-, Zieh- und Drehteilen, Spulenwickelei sowie Montage von Baugruppen.“
Doch was bedeutet das konkret für Sie als Auftraggeber? Die ISO 9001:2015 verlangt nicht nur dokumentierte Prozesse, sondern einen nachweisbaren Regelkreis: Planung, Durchführung, Kontrolle und Verbesserung (PDCA-Zyklus) müssen in jedem Produktionsbereich nachvollziehbar sein. Bei einem Lieferantenaudit können Sie diesen Regelkreis direkt am Shopfloor überprüfen – und bei MGE werden Sie ihn finden.
Die vier Säulen des MGE-Qualitätssystems
1. Wareneingangs- und Warenausgangsprüfung
Qualität beginnt vor der ersten Maschine. Jedes Rohmaterial – ob Kupferband, Edelstahlcoil oder Kunststoffgranulat – wird bei Wareneingang geprüft und mit dem Materialzertifikat (3.1-Zeugnis nach DIN EN 10204) abgeglichen. Erst nach bestandener Eingangsprüfung wird das Material für die Produktion freigegeben. Am Ende der Fertigungskette steht eine ebenso systematische Warenausgangsprüfung: Kein Bauteil verlässt das Werk ohne dokumentierten Prüfnachweis.
2. Statistische Prozesskontrolle (SPC) direkt an der Maschine
Das wirksamste Qualitätswerkzeug in der Serienproduktion ist die Fehlervermeidung – nicht die Fehlerkorrektur. MGE setzt deshalb auf Statistische Prozesskontrolle (SPC) direkt an den Stanz- und Drehautomaten. Dabei werden kritische Maße und Toleranzen in definierten Taktintervallen gemessen und statistisch ausgewertet. Weicht ein Prozessparameter vom Sollwert ab, wird die Maschine gestoppt und die Ursache behoben – bevor eine fehlerhafte Charge entsteht. Für Sie bedeutet das: Die Ausschussquote tendiert gegen null, und Ihre Wareneingangsprüfung wird zur Formsache.
3. Lückenlose Rückverfolgbarkeit (Traceability)
In regulierten Branchen wie der Medizintechnik oder dem Schienenfahrzeugbau ist die vollständige Rückverfolgbarkeit jedes Bauteils keine Option, sondern Pflicht. MGE sichert diese Traceability durch die Dokumentation aller Chargen, Rohmaterial-Zertifikate, Prüfprotokolle und Fertigungsparameter. Im Reklamationsfall können Sie jederzeit nachvollziehen, aus welchem Materialcoil ein Bauteil gefertigt wurde, auf welcher Maschine und unter welchen Prozessparametern.
4. Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP)
Ein Qualitätsmanagementsystem, das nicht lernt, stagniert. Bei MGE ist der Kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) fest in der Unternehmenskultur verankert. Abweichungen werden nicht vertuscht, sondern systematisch analysiert. Jede Reklamation – intern wie extern – durchläuft einen strukturierten 8D-Report-Prozess: Ursachenanalyse, Sofortmaßnahme, Abstellmaßnahme, Wirksamkeitsprüfung. Das Ergebnis: Fehler, die einmal aufgetreten sind, treten nicht ein zweites Mal auf.
Erstmusterprüfberichte (EMPB) und Serienfreigabe: Der Übergang von der Entwicklung in die Serie
Der kritischste Moment in der Lieferkette ist der Serienanlauf. Hier entscheidet sich, ob ein Werkzeug und ein Prozess tatsächlich die geforderten Toleranzen reproduzierbar einhalten. MGE erstellt vollständige Erstmusterprüfberichte (EMPB) nach VDA 2 oder PPAP – je nach Kundenanforderung. Alle relevanten Maße werden an einer definierten Anzahl von Erstmustern vollständig vermessen, dokumentiert und mit den Zeichnungsvorgaben abgeglichen. Erst nach Ihrer Freigabe des EMPB startet die Serienfertigung. So ist sichergestellt, dass das, was in der Zeichnung steht, auch das ist, was Sie in der Serie erhalten.
Audit-Anfrage oder Qualifikationsgespräch?
Wir begrüßen Lieferantenaudits ausdrücklich. Sprechen Sie uns an – wir stellen Ihnen unser Qualitätsmanagementsystem, unsere Zertifikate und unsere Prüfprotokolle transparent vor.
Kontakt: mge@mge-gmbh.de | ☎ +49 (0) 3677 7946-0
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Qualitätsmanagement bei MGE
- Ist MGE für die Automobilindustrie nach IATF 16949 zertifiziert?
- MGE ist nach DIN EN ISO 9001:2015 zertifiziert (TÜV Thüringen, gültig bis 02.05.2027). Die IATF 16949 ist der spezifische Automobilstandard, der auf der ISO 9001 aufbaut. MGE agiert als Tier-2- und Tier-3-Zulieferer und erfüllt die Qualitätsanforderungen der Automobilindustrie in der Praxis vollständig – einschließlich EMPB nach VDA 2, SPC und 8D-Reports. Eine IATF-Zertifizierung kann auf Kundenwunsch als Entwicklungsziel besprochen werden.
- Wie läuft ein Lieferantenaudit bei MGE ab?
- Wir begrüßen Audits als Instrument des gegenseitigen Vertrauensaufbaus. Ein typisches Lieferantenaudit bei MGE umfasst die Besichtigung des Maschinenparks und der Prüfmittel, die Einsicht in das Qualitätsmanagementhandbuch (QMH), die Überprüfung von Prüfprotokollen und Materialzertifikaten sowie ein Gespräch mit der Qualitätssicherung. Wir stellen alle relevanten Unterlagen vorab digital zur Verfügung, um den Auditaufwand für beide Seiten zu minimieren.
- Welche Prüfmittel und Messtechnik setzt MGE in der Serienfertigung ein?
- MGE setzt kalibrierte Prüfmittel ein, die in einem systematischen Prüfmittelmanagement erfasst und in definierten Intervallen kalibriert werden. Für die Serienüberwachung kommen taktile Messgeräte, Lehren und optische Prüfsysteme zum Einsatz. Alle Prüfmittel sind rückverfolgbar auf nationale Normale – eine Anforderung, die bei Audits in der Medizintechnik und im Schienenfahrzeugbau standardmäßig geprüft wird.
- Wie geht MGE mit einer Reklamation um?
- Jede Reklamation wird bei MGE nach dem 8D-Methodik-Standard bearbeitet: sofortige Sofortmaßnahme zur Schadensbegrenzung, systematische Ursachenanalyse (5-Why oder Ishikawa), Definition und Umsetzung einer dauerhaften Abstellmaßnahme sowie Wirksamkeitsprüfung nach definiertem Zeitraum. Der vollständige 8D-Report wird dem Kunden innerhalb der vereinbarten Frist übergeben. Ziel ist nicht nur die Lösung des aktuellen Problems, sondern die dauerhafte Verhinderung einer Wiederholung.
- Stellt MGE auch Materialzertifikate (3.1-Zeugnisse) bereit?
- Ja. Für alle Rohmaterialien, die in regulierten Branchen eingesetzt werden, beschaffen wir 3.1-Zeugnisse nach DIN EN 10204 vom Rohstofflieferanten und stellen diese auf Anfrage mit der Lieferung bereit. Die Zertifikate sind über die Chargennummer lückenlos dem gefertigten Bauteil zuordenbar.
